«Auf dass der Beste Festsieger wird!»

In rund einer Woche steigt auf dem Niklaus-Thut-Platz in Zofingen das 113. Aargauer Kantonalschwingfest. Damit geht erstmals ein Kranzschwingfest in einer Altstadt übers Sägemehl. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. OK-Präsident Dominik Gresch über Traditionen, die Indifikation zur Schweiz, verständnisvolle Anwohner sowie ein gute Zusammenarbeit mit der Stadt und Schwingsport auf höchsten Niveau.

(Bild: wr) Patrick Räbmatter (oben) bei einem erfolgreichen Angriff gegen den Nordostschweizer Beat Wickli.

Die Plätze in der Arena des 113. Aargauer Kantonalschwingfestes auf dem Zofinger Thut-Platz sind praktisch ausverkauft. Haben Sie das erwartet?
Dominik Gresch: Ja, das Organisationskomitee (OK) hat damit gerechnet. Auf der Fest-Webseite www.ag19.ch sind nur noch wenige Stehplätze verfügbar. Die Schwingerarena auf dem Niklaus-Thut-Platz mitten in der historischen Zofinger Altstadt bietet eine einmalige Kulisse. Gleichzeitig ist wegen der engen Platzverhältnisse die Besucherzahl beschränkt. Ausserdem darf der Schwingklub Zofingen und Umgebung 2019 sein 100-jähriges Bestehen feiern.

Der Schwingsport respektive Schwingfeste scheinen in der Bevölkerung sehr beliebt zu sein. Welche Bedeutung hat der Schwingsport heute?
Einerseits ist das Schwingen längst ein Spitzensport. Andererseits wird das Schwingen mit Traditionen und gemeinsamen Werten wie Bescheidenheit, gegenseitigem Respekt und Kameradschaft in Verbindung gebracht – also mit Werten, auf die man sich besinnen und an denen man sich orientieren kann. Damit leistet das Schwingen einen wertvollen Beitrag zur Identifikation mit der Schweiz und übernimmt eine gesellschaftliche Scharnierfunktion zwischen den Bevölkerungsschichten, den Generationen sowie Stadt und Land.

Hat der Schwingsport genügend Nachwuchs?
Die grosse Beliebtheit des Schwingsports ist erfreulicherweise auch im Nachwuchsbereich spürbar. So rechnen wir für den Jungschwingertag am Samstag, 25. Mai, mit rund 250 Anmeldungen.

Erstmals geht ein Kranzschwingfest in einer Altstadt übers Sägemehl. Was waren die grössten Herausforderungen?
Die grösste Hürde war zweifellos der Standort der Arena auf dem Niklaus-Thut-Platz. Dazu haben die OK-Ressorts Bau und Sicherheit mit dem Tribünenbauer und der Feuerwehr aufwändige, zeitintensive Abklärungen getätigt. Im Vordergrund stand dabei die Einhaltung der Vorgaben betreffend Brandschutz und Evakuierung. Der Standort hat aber auch zur Folge, dass die Parkplätze auf dem Niklaus-Thut-Platz während zehn Tagen nicht zur Verfügung stehen. Das OK ist sich bewusst, dass diese Ausgangslage für die Anwohnerschaft und das Gewerbe alles andere als ideal ist. Die Betroffenen wurden anlässlich von zwei Veranstaltungen und im persönlichen Gespräch über den Stand der Planung informiert. Für das entgegengebrachte Verständnis ist das OK sehr dankbar.

Wie erleben Sie die Zusammenarbeit mit der Stadt Zofingen?
Die Zusammenarbeit mit den involvierten Stellen der Stadtverwaltung wie Stadtmarketing und Stadtbüro, Tiefbau und Planung oder Feuerwehr und Bevölkerungsschutz hat bislang bestens funktioniert. Die Unterstützung von Seiten der Regionalpolizei und der StWZ Energie AG ist ebenfalls hervorragend. Und auch der Stadtrat stand von Beginn weg hinter dem Vorhaben, wofür ich mich bei meinen Kolleginnen und Kollegen gerne bedanke.

(Bild: zVg) Im Endspurt: OK-Präsident Dominik Gresch wünscht sich ein unvergessliches und unfallfreies Schwingfest mitten in der Zofinger Altstadt.

Wann wird die Infrastruktur aufgebaut?
Der Antransport der Maschinen und des Materials für die Festwirtschaft auf der Schützenwiese beginnt am Mittwoch, 15. Mai. Die Tribünen auf dem Niklaus-Thut-Platz werden ab Montag, 20. Mai, aufgebaut. Und am Freitag vor dem Anlass werden die Holzschnitzel und das Sägemehl eingebracht. Der Rückbau der Infrastruktur soll bis und mit Mittwoch, 29. Mai, abgeschlossen sein.

Was steckt hinter dem Konzept «Stadt und Land»?
Das Motto «Stadt und Land in einem Fest vereint» bedeutet, dass neben dem Schwingerwettkampf in der Altstadt ein Festbetrieb mit Gratiseintritt auf der Schützenwiese geboten wird. Beim Festzelt kann das Schwingfest ohne Eintritt auf einer grossen LED-Wand live verfolgt werden. Mit dieser Zusatzdienstleistung trägt das OK der beschränkten Platzzahl in der Arena Rechnung.

Wie viele Gäste erwarten Sie?
Die praktisch ausverkaufte Arena bietet Platz für rund 3’450 Besucherinnen und Besucher. Ausserdem erwarten wir bis zu 2’000 zusätzliche Schwing-Fans auf dem Festgelände.

Was sind die gesellschaftlichen Höhepunkte am 113. Aargauer Kantonalschwingfest?
Der Festbetrieb beginnt bereits am Freitagabend mit der Eröffnungsfeier und anschliessendem Party-Sound mit den DJs der bekannten Oldies-Night zur Einstimmung ins Festwochenende. Am Samstag findet in der Arena der Jungschwingertag statt, begleitet vom Schwinger-Jass und von weiteren Aktivitäten wie der Festwirtschaft im Bereich Markthalle-Postplatz-Kirchplatz. Am Abend unterhält die Mundart-Musikgruppe «ChueLee» die Besucherinnen und Besucher im Festzelt, wobei der Eintritt gratis ist. Am Sonntag folgt dann der Höhepunkt mit dem Kantonalen inklusive Rahmenprogramm, Festakt und Rangverkündigung.

Wie viele Teilnehmende machen mit?
Für das Kantonale am Sonntag, 26. Mai, erwarten wir gegen 150 Aktivschwinger.

Wer sind die Favoriten?
Der Kampf um den Festsieg verspricht Schwingsport auf höchstem Niveau: Der neue Nordwestschweizer Leader Nick Alpiger und der Lokalmatador Patrick Räbmatter treffen auf die starken Entlebucher Gäste Joel Wicki und Erich Frankhauser. Aber auch die weiteren Aargauer «Eidgenossen» Christoph Bieri, David Schmid und Mario Thürig werden im Kampf um den Siegermuni dabei sein.

Wieso ist das 113. Aargauer Kantonalschwingfest auch für diejenigen, die sich mit dem Schwingsport weniger auskennen, ein Besuch wert?
Ein Schwingfest ist unabhängig vom Anlass immer ein Besuch wert. Neben dem spannenden sportlichen Teil geht es auch um die freundschaftliche Geselligkeit. Das Besondere am 113. Aargauer Kantonalen ist zweifellos die einmalige Schwingerarena mitten in der Altstadt. Zudem machen 19 Zofinger Geschäfte aus dem Schwingfest ein Stadtfest, indem sie am Sonntag ihre Läden öffnen.

Was wünschen Sie sich persönlich für das 113. Aargauer Kantonalschwingfest in Zofingen?
Ich wünsche mir, dass der Anlass reibungslos und ohne Verletzungen oder Zwischenfälle über die Bühne geht und dass die Besucherinnen und Besucher ein unvergessliches Schwingfest erleben dürfen. Auf dass der Beste auf dem Niklaus-Thut-Platz Festsieger werde!

Corinne Remund


Schwingen und feiern
Das 113. Aargauer Kantonalschwingfest steht unter dem Motto «Stadt und Land». Die Schwingerarena mit den Tribünen und den Sägemehlringen befindet sich im Bereich «Stadt» auf den Niklaus-Thut-Platz. Sie bietet rund 3400 Zuschauerplätze. Die Arena mitten in der Altstadt wird umrahmt von Food-, Getränke- und Markständen.
Im Bereich «Land» auf der nahen Schützenwiese ist das Festzelt stationiert. Zusätzlich sorgt eine LED-Wand für packende Live-Bilder aus der Schwingerarena. Ein weiterer «Land»-Treffpunkt für Schwingerfreunde ist die am Aargauer «Kantonalen» traditionelle «HosälupfBar».

Infos zum Festprogramm unter: www.ag19.ch


ZUR PERSON
Dominik Gresch ist seit 2014 Mitglied des Stadtrates Zofingen und für das Ressort Bildung und Soziales zuständig. Er startete seine politische Kariere als Präsident der Grünliberalen des Bezirks Zofingen und war drei Jahre Mitglied im Einwohnerrat Zofingen. Der Vater von zwei Töchtern ist als Bereichsleiter Kranken- und Unfallversicherung beim Schweizerischen Versicherungsverband SVV in Zürich tätig und wohnt in Mühlethal.

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