Schlechter Schlaf ist kein Schicksal

    Wer gut und ausreichend schläft, kommt besser durch den Tag. Aber was tun, wenn der Schlaf nicht kommen will? Ein- und Durchschlafstörungen können schwer belasten. Dass viele Menschen davon geplagt sind, weiss der Fachdozent und Gesundheits-Präventologe Markus Kamps. Auf seiner Website schlafkampagne.de holen sich täglich  2000 bis 3000 Besucher mit Schlafproblemen Rat. Vergangenes Wochenende gab er Besucherinnen und Besucher der Divani GmbH in Spreitenbach  Tipps für Nachtruhe.

    (Bilder: ub) «Wie man sich bettet, so schläft man» – Markus Kamp zeigt wie Rücken, Wirbelsäule und Muskulatur optimal entlastet werden

    Bei Divani gibt es nicht nur alle erdenklichen Bettensysteme für jede Art von Schlaftyp sondern regelmässig auch Gratis-Fachvorträge zum Thema Schlafen. Markus Kamps räumte in seinem Referat mit einigen Mythen auf, die kontraproduktiv sind, wenn es um die Nachtruhe geht.

    Die Architektur des Schlafes
    Schlaf geht nie in einer Linie. Niemand schläft immer tief und durch. Dass jeder Mensch normalerweise zwischen 28 bis 32 Mal pro Nacht aufwacht, erstaunte dann doch so manchen Vortragsbesucher. Weil diese Aufwachsequenzen oft nur wenige Minuten dauern, bekommt man sie meistens gar nicht mit. Im Alter ist der Schlaf allerdings naturbedingt oberflächlicher und die Aufwachphasen werden bewusster wahrgenommen. «Wichtig ist, dass man nicht in Panik gerät und sich selber unter Druck setzt. Dann klappt es mit dem Schlafen erst recht nicht mehr», meinte Kamps generell zu Schlafproblemen. Wer Ein- und Durchschlafstörungen hat, sollte sich nicht im Bett herumwälzen, sondern spätestens nach 20 Minuten für kurze Zeit aufstehen und dabei auf warme Füsse und Hände achten.  Sich auf die Couch vor dem Fernseher zu verlagern ist falsch. Kamps: «Fernsehsofaschläfer werden zu Bettflüchtern. Wenn das Gehirn einmal abgespeichert hat‚ ‚Bett gleich Wachsein und Nichtschlafenkönnen‘, ist es natürlich vorbei mit der Entspannung, sobald man drin liegt.»

    Jeder gesunde Mensch hat pro Nacht vier bis sieben Schlafzyklen. Ein Schlafzyklus dauert etwa 80 bis 90 Minuten. Wenn sich die Müdigkeit einstellt hat man ein Zeitfenster von ca. 20 Minuten; wer um 22 Uhr müde ist, sollte also spätestens 22.20 Uhr im Bett liegen. Verpasst jemand diese Phase − z.B. auf dem Fernsehsofa − riskiert er, später einzuschlafen oder schnell wieder wach zu werden  «Es wäre dann ratsam, sich nicht zum Hinliegen zu zwingen, sondern auf den nächsten Schlafzyklus in ca. 1.5 Stunden zu konzentrieren», bekundet Kamps.

    Entkoppelung vom Alltag
    «Wer gut schlafen will, sollte schon ab mittags anfangen, seinen Alltag zu bewältigen und nicht alles auf den Abend aufzustauen», erörtert Kamps. Leichter gesagt als getan. Aber leider ist es so: Was unverdaut und nicht verarbeitet ist, kommt in der Nacht umso mehr hoch. Tagebuchschreiben oder Entspannungstechniken können helfen, dass sich nicht alles ungefiltert auf die Nacht zuspitzt. Auch wer Sorgen mit Alkohol oder Einschlafmitteln wegdrängt, wacht oft zwischen 2 und 3 Uhr auf. Denn genau dann sind Kreislauf und Organe besonders labil, und der Mensch verfällt in eine Art Minidepression. Wenn’s passiert gilt für Kamps wieder eine Devise: «Das Wachwerden als ganz normalen Zustand akzeptieren, den alle anderen  auch haben.  Wer sich hineinsteigert und denkt ‚mein Leben ist ein Steinbruch‘, warum liege ich wach während alle anderen schlafen‘ etc. bringt sich selber in einen zerstörerischen Kreislauf, der im schlimmsten Fall in einer chronischen Schlaflosigkeit endet.» Von dem Blick auf die Uhr rät er in diesen Phasen a priori ab. «Wer sieht, dass ihm bis zum Aufstehen  noch vier Stunden schlafen bleiben, bringt sich in unnötigen Stress. Nur schon die Angst vor dem eventuellen Schlafmanko und möglichen Folgen lässt einem kein Auge mehr zu tun.»

    Divani-Inhaber Stephan Matt (r.) und Gesundheits-Präventologe Markus Kamps geben Tipps für einen erholsamen Schlaf

    Unerkannte Schlafapnoe
    Markus Kamps berichtet aus seinem Heimatland Deutschland: Über 4 Millionen leiden unter Schlafapnoe. 95% davon haben keine Ahnung, dass sie Atemaussetzer in der Nacht plagen. Die meisten Menschen, die darunter leiden, schlafen gut, fühlen sich am Morgen aber wie gerädert. Wenn der Zungenmuskel in der Entspannungsphase nach hinten fällt, geht der Rachenbereich zu. Die daraus bedingten Atempausen führen auf längere Sicht im schlimmsten Fall zu Herzinfarkt − und Schlaganfallrisiken, aber auch zu Impotenz bei Mann und Frau sowie Folgekrankheiten wie Diabetes. Weil Schlafapnoe vor allem mit dem damit verbundenen Schnarchen vielen sehr peinlich ist, wird das Thema verdrängt. «Es ist ganz wichtig, abzuklären, ob die Ursache von Schlafproblemen nicht eine Apnoe ist und im Ernstfall Massnahmen wie eine Sauerstoffmaske erfordert», bekundet Kamps.

    Wie man sich bettet, so liegt man
    Typisch für die Spreitenbacher Spezialistin Divani GmbH: Es geht bei Weitem nicht nur darum, teures Bettgut zu verkaufen. Sondern,  der  Klientel wertvolle Informationen für die unterschiedlichen Schlafbedürfnisse weiterzuvermitteln. Dazu gehören natürlich auch Kissen, Matratzen und Lattenroste, die in allen erdenklichen Ausführungen angeboten werden. Bei jedem Besucherin und jedem Besucher, die ihre Schlafstätte neu einrichten wollen,  wird auf Haltung, Figur, Gewicht und Schlaflage (Seiten oder Rück) geachtet und mit exakten  Angaben das ultimative Bettensystem herausgesucht. «Wer mit den Schultern Probleme hat, muss auf das Kissen und den Übergang zur Matratze achten», erörtert Kamps und sagt später: «Je grösser die Rückenproblematik ist, desto wichtiger ist es, den Fokus auf die Position der Beine zu setzen.»  Es gibt also vielfältige Aspekte, die bei der Wahl der eigenen Schlafstätte wichtig sind;  sowohl physisch als auch psychisch.  Wer Divani wählt, wird auf allen Ebenen gut beraten. Geschäftsführer und Geobiologe Stephan Matt macht auf Anfrage auch Schlafplatzuntersuchungen in Bezug auf elektromagnetische und geopathische Felder.

    Ursula Burgherr